Pflegezimmer einrichten: So geht es richtig

Ein Pflegezimmer einzurichten, ist ein grosser Schritt – für die pflegebedürftige Person ebenso wie für Angehörige. Der Raum soll Sicherheit bieten, Pflege erleichtern und gleichzeitig wohnlich bleiben. Denn ein gutes Pflegezimmer ist nicht einfach ein funktionaler Raum mit Pflegebett, Nachttisch und Hilfsmitteln. Es ist ein persönlicher Ort, an dem sich ein Mensch in einer sensiblen Lebensphase geborgen, respektiert und möglichst selbstbestimmt fühlen soll.
Unser Leitfaden eignet sich sowohl für Angehörige, die ein Pflegezimmer zu Hause einrichten möchten, als auch für Personen, die sich über Zimmer im Pflegeheim informieren. Denn viele Grundsätze sind in beiden Situationen ähnlich: Der Raum muss sicher, gut zugänglich, pflegegerecht und gleichzeitig persönlich gestaltet sein.
Einrichtung eines Pflegezimmers: Planungsschritte
Bevor Möbel gekauft oder ein Pflegebett bestellt wird, sollte die wichtigste Frage geklärt werden:
Was braucht die pflegebedürftige Person im Alltag wirklich?
Der individuelle Pflegebedarf entscheidet darüber, wie viel Platz benötigt wird, welche Hilfsmittel sinnvoll sind und wie das Zimmer eingerichtet werden sollte. Eine Person, die mit Rollator selbstständig gehen kann, hat andere Anforderungen als jemand, der regelmässig im Bett gepflegt wird oder für Transfers einen Patientenlifter benötigt.
Am Anfang steht deshalb eine einfache Bestandsaufnahme:
- Wie mobil ist die pflegebedürftige Person?
- Wird ein Rollstuhl, Rollator oder Gehstock genutzt?
- Ist Hilfe beim Aufstehen, Waschen, Anziehen oder Umlagern notwendig?
- Wird die Pflege zu Hause durch Angehörige, Spitex oder Pflegekräfte übernommen?
- Gibt es ein erhöhtes Sturzrisiko?
- Besteht ein Dekubitus-Risiko durch langes Liegen?
- Wird nachts Unterstützung benötigt?
- Welche persönlichen Gewohnheiten, Rituale und Gegenstände sind wichtig?
Idealerweise werden Angehörige, Pflegekräfte und – wenn möglich – die pflegebedürftige Person selbst frühzeitig in die Planung einbezogen. Gerade Pflegepersonen sehen oft sofort, ob ein Bett ungünstig steht, ob ein Schrank schwer erreichbar ist oder ob rund um das Bett zu wenig Platz für sichere Pflegehandlungen bleibt.
Auch die BFU betont, wie wichtig Sturzprävention im Wohnraum ist. Laut BFU passieren in der Schweiz jedes Jahr über 126’000 Sturzunfälle zu Hause. Häufige Risikofaktoren sind unter anderem lose Kabel, schlechte Beleuchtung, rutschige Böden, fehlende Handläufe oder wacklige Aufstiegshilfen. Genau deshalb sollte ein Pflegezimmer nicht nur schön, sondern vor allem sicher und alltagstauglich geplant werden.
Ein Pflegezimmer sollte zudem nicht isoliert geplant werden. Auch der Weg zur Toilette, zur Dusche, zum Wohnbereich oder zum Eingang spielt eine Rolle. Breite Durchgänge, gute Beleuchtung und kurze Wege erhöhen die Sicherheit im Alltag deutlich. Wenn das Zimmer zu Hause eingerichtet wird, ist ein Raum im Erdgeschoss oder in der Nähe von sanitären Anlagen oft ideal. In einem Pflegeheim oder einer Pflegewohngruppe sind solche Anforderungen meist bereits Teil der baulichen Planung.
Welche Matratze passt zum Pflegebedarf?
Die Matratze sollte nicht nur bequem sein, sondern zum Gesundheitszustand der Bewohnerin oder des Bewohners passen. Besonders wichtig ist die Frage, ob ein Dekubitus-Risiko besteht. Dekubitus bezeichnet Druckstellen, die entstehen können, wenn eine Person lange liegt und sich nicht ausreichend selbst bewegt.
Eine einfache Orientierung bietet die nachfolgende Tabelle:

Wichtig: Die Matratze sollte nicht isoliert gewählt werden. Sie muss zum Bett, zum Körpergewicht, zur Mobilität und zum Pflegebedarf passen. Bei erhöhtem Risiko ist eine fachliche Einschätzung sinnvoll.
Wie viel Platz braucht es rund ums Pflegebett?
Ein häufiger Fehler beim Einrichten eines Pflegezimmers ist ein zu eng gestelltes Bett. Das Bett sollte nicht einfach dort platziert werden, wo es optisch am besten aussieht, sondern dort, wo Pflege, Transfers und Bewegung sicher möglich sind.
Als praktische Orientierung gilt:
- auf mindestens einer Längsseite ausreichend Platz für Pflegehandlungen einplanen
- wenn möglich beidseitig Zugang zum Bett schaffen
- am Fussende genügend Bewegungsfläche für Rollstuhl, Rollator oder Pflegehilfsmittel lassen
- Türen, Schränke und Fenster dürfen nicht durch das Bett blockiert werden
- Kabel, Teppiche oder Möbel dürfen keine Stolperfallen bilden
Wenn ein Patientenlifter genutzt wird, braucht es deutlich mehr Bewegungsfläche. In diesem Fall sollte die Raumplanung unbedingt mit einer Pflegefachperson oder einem Hilfsmittelanbieter abgestimmt werden.
Für Pflegeheime nennt Qualivista als bauliche Orientierung unter anderem Mindestgrössen von 16 m² für Einzelzimmer und 24 m² für Doppelzimmer, jeweils ohne Vorplatz und Nasszelle. Ausserdem wird eine hindernisfreie Nasszelle mit Dusche oder Bad, WC und Notruf erwähnt. Diese Werte sind nicht automatisch auf jedes private Pflegezimmer zu Hause übertragbar, zeigen aber gut, wie wichtig Bewegungsfläche, Nasszelle und Notruf bei der Planung sind.
Was kostet ein Pflegebett?
Die Kosten für ein Pflegebett hängen stark von Modell, Funktionen, Zubehör und Nutzungsdauer ab. Ein einfaches elektrisch verstellbares Pflegebett ist günstiger als ein Modell mit besonders niedriger Einstiegshöhe, spezieller Tragkraft oder umfangreichem Zubehör.
Als grobe Marktbeispiele in der Schweiz zeigen Anbieterpreise, dass Pflegebetten schnell mehrere tausend Franken kosten können. Favoterm führt beispielsweise ein Pflegebett DALI Standard für CHF 1’840, ein DALI Low Entry für CHF 2’195 und breitere Modelle für über CHF 3’000 auf. Matratzen und Zubehör kommen zusätzlich dazu.
Wer ein Pflegebett nur vorübergehend benötigt, kann auch eine Miete prüfen. Bei Strack wird ein Pflegebett beispielsweise mit CHF 81 pro Monat aufgeführt, zuzüglich Liefer- und Rückholkosten. Auch Matratzen, Rollatoren, Duschstühle oder weitere Hilfsmittel können je nach Anbieter gemietet werden.
Als grobe Orientierung können deshalb folgende Kostenbereiche angenommen werden:
- Kauf eines elektrischen Pflegebetts: häufig ca. CHF 1’800 bis CHF 4’000 oder mehr
- Miete eines Pflegebetts: häufig ab ca. CHF 80 pro Monat
- Pflegematratze: je nach Modell zusätzlich mehrere hundert Franken beim Kauf oder monatliche Mietkosten
- Zusatzkosten: Lieferung, Montage, Rücktransport, Zubehör, Aufrichter, Nachttisch oder Spezialmatratze
Die Miete kann sinnvoll sein, wenn das Pflegebett nur für eine begrenzte Zeit benötigt wird, zum Beispiel nach einer Operation, während einer Rehabilitation oder bei einem vorübergehenden Pflegebedarf. Der Kauf lohnt sich eher bei dauerhaftem Pflegebedarf.
Finanzierungsmöglichkeiten und Antragswege
In der Schweiz ist die Finanzierung von Pflegehilfsmitteln abhängig von Alter, Versicherungssituation, Gesundheitszustand und konkretem Hilfsmittel. Nicht jedes Pflegehilfsmittel wird automatisch übernommen. Deshalb sollte vor der Anschaffung abgeklärt werden, ob eine Kostenbeteiligung möglich ist.
Mögliche Anlaufstellen sind:
- Invalidenversicherung, wenn die Person noch nicht im AHV-Alter ist
- AHV beziehungsweise Ausgleichskasse bei bestimmten Hilfsmitteln
- Ergänzungsleistungen, wenn Renten und Einkommen nicht ausreichen
- Zusatzversicherung der Krankenkasse, je nach Police
- Pro Senectute oder andere Beratungsstellen
- Sozialdienst der Gemeinde oder des Kantons
- Hilfsmittelanbieter mit Finanzierungsberatung
Die AHV/IV-Informationsstelle erklärt, dass Ergänzungsleistungen zur AHV und IV dort helfen, wo Renten und Einkommen die minimalen Lebenskosten nicht decken. Ergänzungsleistungen werden durch die Kantone ausgerichtet. Für Personen mit begrenzten finanziellen Mitteln kann es deshalb wichtig sein, frühzeitig zu prüfen, ob ein Anspruch besteht.
Der wichtigste Schritt: Vor dem Kauf oder der Miete sollte eine ärztliche Verordnung beziehungsweise eine fachliche Begründung eingeholt werden. Danach kann der Antrag bei der zuständigen Stelle eingereicht werden. Wer bereits Unterstützung durch Spitex, Pflegeheim, Pflegewohngruppe oder eine Beratungsstelle erhält, sollte diese Stellen frühzeitig einbeziehen.
Das Bundesamt für Gesundheit erklärt zudem, dass Pflegeleistungen in der Schweiz unterschiedlich finanziert werden, je nachdem, ob sie zu Hause oder im Pflegeheim erbracht werden. Im Pflegeheim leistet die obligatorische Krankenpflegeversicherung einen pauschalen Beitrag an die Pflegeleistungen, die Versicherten beteiligen sich bis zu einem Maximalbetrag pro Tag und die Restfinanzierung ist Aufgabe von Kanton oder Gemeinde.
Möbel, Stauraum und persönliche Gegenstände
Ein Pflegezimmer braucht Ordnung – aber es darf nicht leer oder unpersönlich wirken. Gerade in Lebensphasen, in denen Menschen auf Unterstützung angewiesen sind, haben vertraute Gegenstände eine grosse Bedeutung. Bilder, Erinnerungsstücke, Lieblingsdecken, Bücher oder ein vertrauter Sessel können helfen, Orientierung und Wohlbefinden zu fördern.
Gleichzeitig muss das Zimmer praktisch bleiben. Zu viele Möbel erschweren die Pflege und erhöhen das Risiko für Stürze. Ideal sind platzsparende Möbel, die gut erreichbar, stabil und einfach zu reinigen sind.
Geeignet sind zum Beispiel:
- schmale, hohe Schränke mit gut erreichbaren Fächern
- Kommoden mit leichtgängigen Schubladen
- Kleiderschränke mit Kleiderstangen auf erreichbarer Höhe
- offene Ablagen für häufig genutzte Gegenstände
- geschlossene Fächer für weniger benötigte Dinge
- ein stabiler Sessel mit Armlehnen
- ein kleiner Tisch für Lesen, Trinken oder Besuch
Die Stauraumhöhe sollte zur Mobilität der pflegebedürftigen Person passen. Dinge, die täglich gebraucht werden, sollten ohne Bücken, Strecken oder Klettern erreichbar sein. Besonders wichtig sind Kleidung, Hygieneartikel, Brille, Hörgerät, Telefon, Wasserflasche, Taschentücher und persönliche Hilfsmittel.
Nachttische, Schränke und Ablage
Der Nachttisch ist im Pflegezimmer ein kleines, aber sehr wichtiges Möbelstück. Er sollte nicht nur schön aussehen, sondern stabil, gut erreichbar und funktional sein.
Besonders praktisch sind rollbare Nachttische mit Feststellfunktion. Sie können flexibel verschoben werden, bleiben bei Bedarf aber sicher an Ort und Stelle. Das ist hilfreich, wenn Pflegehandlungen stattfinden, das Bett verstellt wird oder die Bewohnerin beziehungsweise der Bewohner im Bett essen, lesen oder trinken möchte.
Auf dem Nachttisch oder in direkter Nähe sollten wichtige Dinge erreichbar sein:
- Wasser oder Getränk
- Brille
- Hörgerät
- Telefon oder einfaches Kommunikationsgerät
- Fernbedienung
- Taschentücher
- Nachtlicht
- Notrufknopf
- häufig benötigte Pflegeartikel
Medikamente sollten zwar leicht zugänglich, aber sicher aufbewahrt werden. Je nach Situation ist eine abschliessbare Medikamentenbox sinnvoll. Wichtig ist, dass Medikamente nicht unkontrolliert herumliegen, vor allem wenn Verwechslungsgefahr besteht oder mehrere Personen Zugang zum Zimmer haben.
Bei Schränken und Schubladen lohnt es sich, auf ergonomische Details zu achten. Grosse Griffe sind leichter zu greifen als kleine Knöpfe. Leichtgängige Schubladen reduzieren Kraftaufwand. Kontrastreiche Markierungen können Menschen mit Sehschwäche oder kognitiven Einschränkungen bei der Orientierung helfen.

Sicherheit im Pflegezimmer
Sicherheit hat im Pflegezimmer Priorität. Viele Unfälle passieren nicht durch grosse Risiken, sondern durch kleine Alltagsfallen: ein loses Kabel, ein rutschender Teppich, eine schlechte Beleuchtung oder ein Möbelstück, das im Weg steht.
Die BFU nennt als typische Risikofaktoren im Zuhause unter anderem herumliegende Stolperfallen wie lose Kabel, schlechte Beleuchtung, rutschige Böden und fehlende Handläufe. Für ein Pflegezimmer bedeutet das: Alles, was Wege blockiert, unsicher steht oder nachts schlecht sichtbar ist, sollte kritisch geprüft werden.
Typische Stolperfallen sind:
- lose Teppiche
- rutschige Läufer
- Kabel am Boden
- zu enge Durchgänge
- instabile Kleinmöbel
- herumstehende Taschen oder Körbe
- schlecht sichtbare Türschwellen
- nasse Böden im Bad
- fehlende Haltegriffe
- schlechte Beleuchtung in der Nacht
Diese Risiken sollten konsequent entfernt oder entschärft werden. Teppiche sollten nur verwendet werden, wenn sie rutschfest fixiert sind. Kabel gehören an die Wand oder in Kabelkanäle. Möbel müssen stabil stehen und dürfen wichtige Wege nicht blockieren.
Haltegriffe können beim Aufstehen, Hinsetzen oder im Bad viel Sicherheit geben. Sie sollten jedoch fachgerecht montiert werden. Ein Haltegriff, der nicht stabil befestigt ist, kann gefährlicher sein als gar kein Griff. Besonders sinnvoll sind Haltegriffe in der Nähe von Bett, Toilette, Dusche und Waschbecken.
Auch Notrufoptionen müssen gut geplant werden. Ein Notrufsystem nützt nur dann, wenn es im Ernstfall erreichbar ist. Der Notrufknopf sollte deshalb nicht irgendwo im Zimmer liegen, sondern dort platziert werden, wo die Person ihn wirklich erreichen kann: am Bett, am Körper, im Bad oder als tragbares Gerät.

Boden, Beleuchtung und Orientierung
Der Bodenbelag hat grossen Einfluss auf die Sicherheit. Er sollte fest verlegt, rutschhemmend und gut begehbar sein. Zu weiche Teppiche können Rollatoren oder Rollstühle bremsen. Glatte Böden können bei Nässe gefährlich werden. Ideal sind feste, rutschfeste Bodenbeläge, die einfach zu reinigen sind.
Auch Beleuchtung ist entscheidend. Pflegezimmer sollten hell sein und möglichst viel Tageslicht bieten. Tageslicht unterstützt den Tag-Nacht-Rhythmus, fördert die Orientierung und trägt zum Wohlbefinden bei. Zusätzlich braucht es gute künstliche Beleuchtung: eine helle Grundbeleuchtung, eine Leselampe und ein Nachtlicht.
Qualivista nennt bei baulichen Anforderungen an Pflegeheime unter anderem helle Räume, Dämmerlicht beziehungsweise Nachtlicht im Zimmer sowie bauliche oder gestalterische Orientierungshilfen. Diese Punkte sind auch zu Hause hilfreich, besonders wenn Menschen nachts aufstehen, schlecht sehen oder sich nicht mehr jederzeit sicher orientieren können.
Nachtlichter sind besonders wichtig, wenn die Person nachts aufsteht. Sie reduzieren das Risiko, im Dunkeln zu stolpern. Bewegungsmelder können zusätzlich helfen, Wege automatisch zu beleuchten, zum Beispiel zwischen Bett und Bad.
Für Menschen mit Demenz oder Orientierungsschwierigkeiten können einfache Orientierungshilfen hilfreich sein:
- gut sichtbare Uhr
- Kalender
- beschriftete Schubladen
- kontrastreiche Lichtschalter
- klare Wegeführung
- persönliche Fotos an der Tür
- wiedererkennbare Farben und Gegenstände
Dabei gilt: Nicht überladen. Ein Pflegezimmer sollte übersichtlich bleiben. Zu viele Reize können verwirren oder unruhig machen.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Pflegezimmer einrichten
Wie richtet man ein Pflegezimmer ein?
Ein Pflegezimmer sollte sicher, funktional und wohnlich eingerichtet werden. Im Mittelpunkt steht immer der Mensch: seine Bedürfnisse, seine Gewohnheiten, sein Gesundheitszustand und das Gefühl, trotz Pflegebedarf möglichst selbstbestimmt leben zu können. Am Anfang stehen deshalb wichtige Überlegungen zum individuellen Pflegebedarf. Danach werden Raum, Pflegebett, Matratze, Möbel, Stauraum, Beleuchtung, Bodenbelag und Hilfsmittel Schritt für Schritt darauf abgestimmt.
Wichtig sind genügend Bewegungsfreiheit, ein gut erreichbares Pflegebett, rutschfeste Bodenbeläge, helle Beleuchtung, ein Notrufsystem in Reichweite und möglichst kurze Wege zu Bad oder Toilette. Das Zimmer sollte so gestaltet sein, dass Pflegepersonal, Angehörige oder eine Pflegekraft sicher unterstützen können – zum Beispiel beim Aufstehen, Aussteigen aus dem Bett, Ankleiden oder bei der Körperpflege.
Auch die Lage des Zimmers spielt eine wichtige Rolle. In einer Wohnung ist ein Raum im Erdgeschoss oder auf dem gleichen Stockwerk wie Bad, Küche und Aufenthaltsbereich oft besonders praktisch. Dadurch werden Wege kürzer und der Pflegealltag wird einfacher. Persönliche Gegenstände wie Fotos, Erinnerungsstücke, vertraute Möbel oder eine Lieblingsdecke sollten bewusst integriert werden, damit kein Gefühl von Verlust entsteht und der Raum nicht steril wirkt.
Ein guter Tipp: Planen Sie das Pflegezimmer nicht nur aus Sicht der Pflege, sondern auch aus Sicht des täglichen Lebens. Der Raum sollte Sicherheit geben, guten Schlaf ermöglichen, Orientierung bieten und gleichzeitig Lebensqualität erhalten.
Wie gross muss ein Zimmer im Pflegeheim sein?
Die Anforderungen an Pflegezimmer unterscheiden sich je nach Kanton, Einrichtung und baulichen Vorgaben. In der Schweiz gibt es deshalb keine einfache, für alle Pflegeheime identische Antwort. Häufig werden jedoch Mindestgrössen definiert, wobei Nasszelle, Vorplatz und zusätzliche Bewegungsflächen separat betrachtet werden können.
Qualivista nennt als bauliche Orientierung für Pflegeheime eine Mindestgrösse von 16 m² für Einzelzimmer und 24 m² für Doppelzimmer, jeweils ohne Vorplatz und Nasszelle. Diese Werte geben einen hilfreichen Anhaltspunkt, sind aber nicht der einzige relevante Faktor. Entscheidend ist nicht nur die reine Quadratmeterzahl, sondern ob das Zimmer sicher, hindernisfrei, gut nutzbar und auf den Pflegebedarf der Bewohnenden ausgerichtet ist.
Für Senioren mit Rollator, Rollstuhl oder erhöhtem Unterstützungsbedarf ist vor allem die Bewegungsfreiheit entscheidend. Rund um das Pflegebett sollte genügend Platz vorhanden sein, damit Pflegepersonal oder Pflegedienst von beiden Seiten arbeiten kann. Auch am Fussende des Bettes sollte ausreichend Raum bleiben, damit Transfers, Aussteigen, Umlagern oder der Einsatz von Hilfsmitteln sicher möglich sind.
Bei der Wahl eines Pflegezimmers lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf mehrere Aspekte:
- Wie breit sind die Durchgänge?
- Ist die Nasszelle gut erreichbar?
- Gibt es genügend Platz für Möbel, Nachttisch und Stauraum?
- Ist das Zimmer hell genug?
- Gibt es ein Fenster, eventuell einen Balkon oder eine angenehme Umgebung?
All diese Faktoren beeinflussen Komfort, Sicherheit und Lebensqualität.
Wie ist ein Zimmer im Pflegeheim ausgestattet?
Ein Zimmer im Pflegeheim verfügt in der Regel über ein Pflegebett, einen Nachttisch, Stauraum, eine eigene oder gut erreichbare Nasszelle, ein Notrufsystem sowie Anschlüsse für Telefon, Radio oder Fernseher. Je nach Pflegeheim, Standort und Zimmerkategorie können weitere Elemente wie Balkon, zusätzliche Möbel oder besondere Komfortausstattung hinzukommen.
Qualivista nennt unter anderem eine hindernisfreie Nasszelle mit Dusche oder Bad, WC und Notruf, ein motorisch verstellbares Pflegebett bei Bedarf, Radio-, Fernseh- und Telefonanschluss sowie Nachtlicht und Orientierungshilfen. Viele Pflegeheime erlauben oder wünschen zudem, dass persönliche Gegenstände, Bilder und kleinere Möbel mitgebracht werden. Das unterstützt das Wohlbefinden und hilft den Bewohnerinnen und Bewohnern, sich im neuen Umfeld schneller zu Hause zu fühlen.
Die Gestaltung sollte dabei nicht nur auf Funktionalität ausgerichtet sein. Ein Pflegezimmer ist auch ein persönlicher Lebensraum. Farben, Licht, vertraute Möbel und persönliche Erinnerungsstücke können viel dazu beitragen, dass sich der Raum wohnlich anfühlt. Gerade bei Krankheit, zunehmender Pflegebedürftigkeit oder einem Umzug aus der eigenen Wohnung ist dieses vertraute Gefühl besonders wichtig.
Was kostet ein Pflegezimmer?
Die Kosten für ein Pflegezimmer hängen stark davon ab, ob es sich um ein Pflegezimmer zu Hause oder um ein Zimmer in einem Pflegeheim handelt. Zu Hause entstehen Kosten für Pflegebett, Matratze, Hilfsmittel, Umbauten, Notrufsysteme und gegebenenfalls externe Pflege- oder Betreuungsleistungen durch Spitex, Pflegedienst oder eine private Pflegekraft.
Im Pflegeheim setzen sich die Kosten meist aus Pension, Betreuung und Pflegeleistungen zusammen. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung leistet einen pauschalen Beitrag, die Versicherten beteiligen sich bis zu einem Maximalbetrag pro Tag und die Restfinanzierung liegt bei Kanton oder Gemeinde. Unterkunft, Betreuung und persönliche Auslagen müssen separat betrachtet werden.
Wenn Einkommen und Vermögen nicht ausreichen, können Ergänzungsleistungen geprüft werden. Ergänzungsleistungen helfen, wenn Renten und Einkommen die minimalen Lebenskosten nicht decken. Vor einer Entscheidung lohnt sich deshalb immer eine individuelle Beratung.
Für Angehörige ist es hilfreich, frühzeitig alle relevanten Informationen zusammenzustellen: aktueller Pflegebedarf, gewünschte Lage des Pflegezimmers, vorhandene Hilfsmittel, medizinische Situation, finanzielle Möglichkeiten und gewünschte Dienstleistungen. So lässt sich besser einschätzen, welche Lösung passt – ob Pflegezimmer zu Hause, temporäre Entlastung, betreutes Wohnen oder ein Pflegeheim.
Ein wichtiger Tipp: Betrachten Sie die Kosten nicht isoliert. Entscheidend ist, welche Leistungen enthalten sind, welche Qualität der Pflegealltag bietet und ob das Zimmer langfristig Sicherheit, Komfort und Lebensqualität unterstützt. Gerade bei der Wahl eines Pflegezimmers sollten finanzielle, pflegerische und persönliche Aspekte gemeinsam betrachtet werden.
Wer sollte bei der Planung eines Pflegezimmers einbezogen werden?
Idealerweise werden die pflegebedürftige Person, Angehörige, Pflegepersonal, Pflegedienst oder eine zuständige Pflegekraft gemeinsam in die Planung einbezogen. Angehörige kennen persönliche Vorlieben, Gewohnheiten und wichtige Erinnerungsstücke. Pflegefachpersonen können beurteilen, welche Einrichtung den Pflegealltag erleichtert und welche Sicherheitsaspekte beachtet werden sollten.
Diese gemeinsame Planung verhindert Fehlentscheidungen. Ein Möbelstück kann optisch gut wirken, aber im Alltag den Zugang zum Bett blockieren. Ein Nachttisch kann schön sein, aber zu weit entfernt stehen. Eine Lampe kann wohnlich aussehen, aber zu wenig Licht geben. Gerade deshalb ist es sinnvoll, Funktionalität, Sicherheit und Wohnlichkeit gemeinsam zu betrachten.